6 Uhr und 20 Minuten. Eigentlich würde ich um diese Uhrzeit noch schlafen, aber es steht das Absolvieren meiner Ausbildung auf dem Tagesplan. So sitze ich in der S-Bahn und fahre in Richtung Frankfurt.
Plötzlich höre ich hinter mir jemanden laut sagen: „Fuck you little sucker, fuck you. I will kick you and so on!“ Vor 5 Jahren wäre ich bei solchen Tönen noch schnell aufgesprungen oder wäre ängstlich in meinem Sitz zusammengesunken, aber so etwas ist mittlerweile ganz normal und ich weiß jetzt auch, dass ich bei solchen Beleidigungen nichts zu befürchten habe, denn ein solcher Satz wird untermalt von Buschtrommel ähnlichen Tönen - in Fachkreisen Beats genannt - und kommt nicht aus dem Mund eines durchgeknallten Amis, der aus der Geschlossenen am Vortag ausgebrochen ist, nein, solche Töne schallen durch die Boxen der Handys junger, oft ausländischer Mitbürger.
Ich habe absolut keine Ahnung wer der Vorreiter und Erfinder bzw. Züchter dieser neuen menschenähnlichen Spezies waren, aber die „S-Bahn-Beschallungsmonster“ (so nenne ich sie mal vorläufig) sind unter uns. So gut wie jeden Morgen lerne ich neue Schimpfworte, zu Zeiten zu denen ich normalerweise gerne in der Bahn dösen würde, kennen.
Erwarten uns bald Boxen auf Rädern, die an die Weltherrschaft kommen wollen? Kinder, ich hab Angst und bitte: MACHT MORGEN EURE MUCKE LEISE, ICH WILL SCHLAFEN. Gute Nacht!
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