Sonntag, 4. März 2007

Von allem ein bisschen

Vom trendy Mix aus Punk und HipHop in Kleidung und Musik

Ob auf den Covern der CDs, die im heimischen Plattenregal stehen oder vielmehr virtuell auf der Festplatte des Computers eines Jugendlichen sind, nun junge Mädels einen alten HipHop-Meister zumindest angedeutet in wiederum eindeutigen Positionen glücklich machen oder ob diverse Stachelfrisur tragende Punks zu sehen sind, war noch vor wenigen Jahren eine wichtige Entscheidung. Entweder man war trendy fresh und voll dabei im HipHop-Slang oder man war hart, sehr hart und hörte Punkmusik.

Heute geht beides, zumindest denkt man dies, wenn man die sich die Kleidung, oder das was davon übrig geblieben ist, der Teenie-Mädels anschaut. Wo man früher klar den Musikstil erkennen konnte, den jemand favorisiert, ist heute eher ein Ratespiel angesetzt, das, glaubt man den Bravos dieser Welt, der neue Trend ist.

Klar, man hätte auch schon vor 5 Jahren die HipHop-Jeans mit „Ich bin ein Pimp, holt mich hier raus“-Arschaufdruck in die über den Knöchel gehenden Chucks stecken können und darüber dann den Rockstyle mit rockig angehauchter Oberteilkleidung weiterführen können, aber man tat es nicht und das hatte auch einen Grund: Entweder, oder!

Das ist jetzt nicht mehr so wichtig. Musikalisch geben die einschlägigen Jugendblätter einen Mix vor, der vom Marketing der Plattenfirmen bestimmt wird. So gab es vor einigen Jahren erst mal eine reine Punkbewegung nach dem Motto: ""Die Ärzte", die neuen Teenie-Stars!", die die Szene gesellschaftsfähig machte, aber so schnell verschwand, wie sie gekommen ist. Dann tauchte die HipHop-Bewegung auf und züchtete die vielen Pseudos der Marke Gangsta und nun haben wir den Salat: Dachten doch die Plattenbosse: Jetzt wollen wir die Kiddies komplett haben und mixen doch mal beides: Was dabei rauskommt, dass hören wir einerseits seit ein paar Monaten neben den Klingeltönen und erbärmlichen Trashshows auf Viva und jetzt sehen wir es auch auf unseren Straßen: HipHop-Punk-Monster, die durch die Straßen wandeln und sich weder vom Aussehen, noch von der Musik, von der Identität ganz zu schweigen, entscheiden können was sie wollen.

Es geht ja auch so: Frei nach dem Motto: Von allem ein bisschen.

PS: Wenn man die Mädels, die diese Kleidung auftragen, nach ihrem Musikgeschmack fragt, kommt es zu der nächsten Geschmacksverirrung: Tokio Hotel! Aua, das tut weh!

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